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Gehirnsalat

Ich schreibe seit 2006 dieses Tagebuch. Ich habe den Krieg von 1982 mitgemacht. Meine Tochter aus erster Ehe wurde tot geboren, die Ehe geschieden. Ich hatte einen schweren Autounfall der mir eine schwere Amnesie hinterlassen hat die sich bis jetzt nur zum Teil wieder gelöst hat. Ich habe nach mehreren Behandlungen in der Psychatrie in Deutschland wieder geheiratet und meine zweite Tochter bei der Geburt verloren. Die Ehe ist daraufhin gescheitert. In Schottland habe ich 2009 eine Langzeittherapie begonnen. Einen Selbstmordversuch habe ich knapp überlebt und die Therapie mehr oder minder erfolgreich abgeschlossen. Ich leide unter posttraumatischen Belastungsstörungen die mit Medikamenten einigermaßen unter Kontrolle gehalten werden. Seit einiger Zeit lebe ich jetzt in Schottland und arbeite als Pferdepfleger.

Man kann mit seinem Schicksal hadern, man kann es auch getrost sein lassen.

Ihr / Euer KHK




Alle Einträge können Gewaltszenen enthalten. Jeder entscheide bitte für sich welchen Eintrag er lesen möchte und welchen nicht.


Hiermit distanziere ich mich von den Inhalten sämtlichen hier angebrachten Links.
(Hinweis entsprechend dem Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 - "Haftung für Links" Landgericht (LG) Hamburg)

Fenster ins Jahr 1982:




Zum Thema Flashback




Hilfe bei Posttraumatischen Belastungsstörungen finden sich unter diesem Link:

http://www.angriff-auf-die-seele.de/ptbs/

Depressionen können tödlich sein! Nicht nur Soldaten leiden darunter, aber in Deutschland werden gerade sie nahezu im Stich gelassen.

Nehmt Hilfe an! Nehmt das Leben an!


Verfasst am 30.01.2010 08:40:06 Uhr
vom Mittwoch und Donnerstag, ein bisschen Freitag
Mittwoch frei gehabt. Der erste freie Tag seit vielen vielen vielen vielen Tagen. Richtig darauf gefreut hatte ich mich nicht. Der Tag war noch voll gestopft mit Arbeit. Die Neuzugänge sind teilweise in einem desolatem Zustand und erfordern deutlich mehr Aufwand in Pflege und Versorgung. Zwei der Wallache hatten weder einen Chip noch einen Namen. Also haben wir einen Wettbewerb ausgerichtet wo die Kids einen Namen suchen sollten.

„Das ist nicht Euer Ernst? Oder?“ Sie haben sich lange beraten ohne sich dabei zu erwürgen. Es ist so etwas wie ein Gruppenzusammenhalt entstanden der das Arbeiten hier sehr erleichtert. Ich halte die beiden Tafeln mit den sauber geschriebenen Namen in den Händen. „Doctor Watson und Captain Jean Luc Piccard?“ Ich schüttele mißbilligend den Kopf. „Aber Henry,“ empört sich einer der Jungs, „du hast gesagt die Namen auf die wir uns einigen werden genommen...“ „Jaja, das habe ich.“ Ich muss unwillkürlich lächeln. Wahrscheinlich haben wir den einzigen Pferdehof des Empires der über einen Pferdedoktor und einen Pferderaumschiffkapitän verfügt. Gerufen werden sie auf die unterschiedlichsten Kombinationen. Mister Piccard, Jean Luc, Captain Sir, Doctor, mein lieber Watson und so weiter. Beide sind Klappergestelle, sehen eher wie Schatten aus. Sie tragen aber ihre Namen mit sichtlicher Würde und tief empfundenen Stolz.

Wegen der anschließenden Taufe, es gab alkoholfreies Bier, endete der Tag nach 9 am Abend. Ich bin unter die Dusche und anschließend gleich ins Bett gefallen. Endlich Ruhe. Nicht sehr viel später klopfte es an meine Tür. Ich komme gerade von meiner Insel und bin im Halbschlaf. Die Uhr zeigt fünf nach Mitternacht. Herzlichen Glückwunsch, Henry, du hast heute Geburtstag. Das Klopfen tue ich als Gespenst ab. Doch es klopf wieder, diesmal etwas lauter. Ich winde mich aus dem Bett und ziehe mir den Bademantel über. Dann öffne ich die Tür.

„Happy birthday to you, happy birthday...“ das Licht im Flur blendet mich zunächst. Dann schält sich langsam Kathleen aus dem Licht heraus... „to you. Happy birthday dear Charleshenry...“ sie hält einen kleinen Kuchen mit zwei brennenden Kerzen vor sich und bringt mir ein Ständchen in dem breitesten schottischen Akzent den sie hat. Einem unwiderstehlich süßem Akzent „... happy birthday to youuuuu. Congratulations and good luck Henry.“ Sie hält den Kuchen zur Seite und macht die zwei Schritte auf mich zu die noch fehlen. Ein langer Kuß.

„Ich wollte die erste sein die dir gratuliert.“ Sie geht an mir vorbei und bringt den Kuchen ins Wohnzimmer. Sie ruft mir noch über die Schulter zu das ich die Taschen hereinbringen soll. Dann schmeißt sie mich aus meiner Wohnung. „Give me five minits...“ sagt sie und schiebt mich ins Badezimmer.

Es werden lange fünf Minuten, oder es waren mehr als fünf Minuten? Sie öffnet dann die Tür und läßt mich wieder in die Wohnung. Überall stehen Kerzen. Sie hat es sogar geschafft das aus der kleinen Musikanlage gedämpfte Musik gerade so ans Ohr dringt. Musik auf der celtic harp gespielt. Der Kuchen steht auf dem Tisch, dazu Sekt und Gläser. Wir stoßen an. Kathleen trägt eine große rote Schleife quer über ihrem Kleid, einem sehr dünnen Kleid. Das Kerzenlicht durchdringt den Stoff ihres Kleides...

„Ich habe drei Geschenke mitgebracht... allerdings kannst du nur eines auspacken...“ Auf dem Tisch steht kein verpacktes Geschenk. „Zuerst, ich muss erst Freitag wieder weg, morgens, und komme am Abend wieder. Ich bleibe bis Dienstag.“ Dafür kriegt sie einen Kuss. „Das zweite ist... naja...“ sie zieht einen Brief hervor „... ich habe kein Aids.“ Jetzt küsse ich sie. Sie macht eine Pause. „Und das dritte Geschenk?“ frage ich. Sie stellt ihr Sektglas auf den Tisch und küsst mich.
„Das bin ich,“ sagt sie. Sie nimmt meine Hand und führt mich ins Schlafzimmer.

Die Schleife fällt zu Boden, dann das Kleid....


Am nächsten Morgen, eingeschlafen sind wir erst als im Stall bereits das Licht anging, bin ich kaum die Treppe runter gekommen. Vielleicht werde ich doch alt oder meine Lenden sind untertrainiert oder beides. Wer mich trifft gratuliert mir. Besonders die Jungs haben einen süffisanten Gesichtausdruck dabei. Auf dem Hof steht schließlich Kathleens Wagen. Brian gratuliert mir etwas geistesabwesend und eine Spur zu kühl. Auf dem Hof steht schließlich Kathleens Wagen. Jdenfalls hat mir niemand mit einem Hitlerbart gratuliert. Überhaupt hat bis jetzt niemand irgendwelche tiefgreifenden Witze über meine deutsche Hälfte gemacht.

Ich raffe in der Küche zusammen was man für ein Frühstück gebrauchen kann und schleppe alles nach oben. Wir frühstücken im Bett, lieben uns unter der Dusche und bekommen das Mittagessen nach oben geliefert. Den Rest des Tages haben wir in meiner Wohnung verbracht, nur zum Abendbrot waren wir unten. Wir waren nicht einmal im Stall und ich habe nicht einmal an die Pferde gedacht. Das ließ mir Kathleen gar keine Zeit für...

Freitag ist sie wieder abgefahren. Irgendwie sind bereits in der Nacht diese dunklen Nebel aufgetaucht die von den Bergen herunter ziehen und alles vernebeln. Dazu die Bilder in den Nachrichten vom Vortag von den Beerdigungen der gefallenen Soldaten. Ich war früh wach, dann habe ich den Eintrag in mein Tagebuch gemacht und mich wieder zu Kathleen gelegt.

Brian meinte das er es als normal ansieht das in meinem Kopf wieder Bewegung ist. Nach dieser Nacht mit Kathleen und das wohl wieder die Frage warum ich überlebt hätte und die anderen nicht in den Vordergrund getreten wäre. Damit verbunden die Frage ob ich es genießen dürfte während die anderen tot und vergessen im Boden verrotten und so weiter und so weiter. Ein langer Monolog von Brian zu diesem Thema, also Schuldgefühle dafür das man überlebt hat und leben darf und so weiter. Zum Schluß sagte er noch: „Du siehst doch aber ein, Henry, das sich das Leben lohnt, oder? Ich meine auch und gerade in Hinsicht auf Kathleen.“ Er nimmt meine rechte Hand hoch und schiebt den Pullover nach oben. „Das hier war ein Fehler, eine Frechheit gegenüber deinen toten Kameraden (er meint die Narben über der Pulsader). Du hast ein Recht darauf das Leben zu leben und zu genießen. Hörst du? Ohne Depressionen und all dem Scheiß. Also genieß es und mach bitte das Fenster zu wenn ihr wieder am du weisst schon was seid. Das muss schließlich nicht der ganze Hof mitbekommen. Schwiegersohn.“ Er gibt mir einen Stoß vor die Brust. Das Schwiegersohn war eher väterlich gemeint. Nicht wie sonst als Dolch.


Ich bin heute wieder früh auf, hab schon einiges vorbereitet. Gleich werde ich Kathleen wecken und wir werden eine Tagestour machen. Es ist kühl draußen, leichter Frost, doch keine Wolke am Himmel! Also bestes Wetter zum ausreiten. Brian hat mir für heute frei gegeben und in Aussicht gestellt das ich zumindest jedes zweite Wochenende frei habe, dazu einen freien Tag in der Woche. Montag kommen die Neuzugänge. Schwerverwundete, alles Veteranen aus Afghanistan. Schwer verwundet im Kopf. Aber bis dahin...





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Verfasst am 29.01.2010 06:55:12 Uhr
Fallen
Was erwartet die Bundesrepublik Deutschland wenn die jetzige Bundesregierung ihr Reformpaket für Afghanistan in die Tat umsetzt?










January, 24th

It is with deep regret that the Ministry of Defence must confirm the death of Lance Corporal Daniel Cooper from 3rd Battalion The Rifles (3 RIFLES).


Lance Corporal Daniel Cooper of 3 RIFLES

Lance Corporal Cooper died from wounds received as a result of an explosion near Sangin, in Helmand province, during the morning of 24 January 2010.

Lance Corporal Daniel Cooper, 3 RIFLES

Lance Corporal Cooper was born in Hereford on 10 March 1988. He went to Whitecross High School before enlisting and going to the Army Training Regiment in Bassingbourn in 2005 for his Phase One training. He received Phase Two training at the Infantry Training Centre in Catterick and joined 2nd Battalion The Light Infantry in Edinburgh in 2006.

Lance Corporal Cooper deployed with A Company, 3 RIFLES, to Afghanistan in October 2009 and was operating in southern Sangin. Following the injury to his section second-in-command he was promoted to Lance Corporal in the field on 21 December 2009 and stepped up to fill this role.

On 24 January 2010, he was leading a resupply patrol when an improvised explosive device detonated, critically injuring him. He later died of his wounds.


Lance Corporal Cooper's parents, Karl and Caroline Cooper, said:

"A caring son, brother and partner. He was not just a brother but a best friend who will be sadly missed by all that knew him. Daniel, we were proud to be your parents from the day you were born."




January, 15th

It is with deep regret that the Ministry of Defence has confirmed the death of Rifleman Peter Aldridge, of 4th Battalion The Rifles (4 RIFLES), in Afghanistan on Friday 22 January 2010.


Rifleman Aldridge, 4th Battalion The Rifles

Rifleman Aldridge, a soldier from A Company, 4 RIFLES, serving as part of the 3 RIFLES Battle Group, was killed by an explosion near Sangin in Helmand province. He was on a foot patrol, part of a larger operation to provide security for the local population in Sangin, when the explosion happened.

Rifleman Aldridge's family made this statement:

"Our son died a hero, he lost his life doing what he believed in. Peter said 'If I'm going to die I want to die a Soldier'. Our son joined the Army as a Rifleman in the Royal Green Jackets and he didn't want to be anything else. He was determined to get his first tour of duty under his belt. He believed in the Army and was proud of his job and we are so proud of you Peter.

"We would like to thank our family, friends and the Army for being there to support us in our time of need.

"Peter leaves behind his girlfriend, Jem, and his brother, Matthew, who he loved with all his heart.

"We love you sweet pea. Swift and Bold Forever."


Serjeant Ross Jones, 1 Platoon Serjeant, paid this tribute:

"I have known Rifleman Aldridge for just under a year now and have watched him grow from a shy, timid Rifleman to a confident and dependable one. Rifleman Aldridge has always been a colourful character within the platoon and was never far away from mischief and extremely bad at hiding it, with his cheeky grin always giving the game away. After putting him straight I would always have a sly giggle in private or with the boss at his latest exploits… a true Rifleman. Rifleman Aldridge was an excellent soldier and projected himself as a natural professional.
He was a Rifleman of the highest quality and a true individual - a man in which our whole regiment can take great pride."

Lt Col Nick Kitson, CO 3 RIFLES Battle Group

"On operations he was in his element, acute senses and ready for anything, and when we got back he was always seen squaring away his kit ready for the next thing before hitting the gym. If there was something to be done he would do it to the best of his ability, and if there was any criticism given he would take it on board and learn from it. He definitely had a bright future ahead of him, he always tried extremely hard and was 100 per cent devoted to his platoon, the regiment and the Army as a whole.

"He was always keen to put himself forward to the more important jobs and, when Rifleman Bassett was killed, he was first to put himself up to take over his job as lead man and was seen practising over and over in the made-up training area, perfecting his skills at finding IEDs.

"Rifleman Aldridge was not all about the Army and was eager to share with me about his family back home and his girlfriend who he cared a lot about. If there was something on his mind he would always seek advice and hated keeping things built up in his mind. He cared a lot about what people thought of him but he was not short of friends. He even managed to start a few friendships among the American Marines on our RSOI [Reception, Staging, Onward Movements and Integration] package.

"Rifleman Aldridge was an absolutely great bloke and brought a lot of joy to the platoon. He will be missed, especially by me. My thoughts and prayers go out to his family and his girlfriend who he leaves behind."



January, 15th (two fallen)

It is with sadness that the Ministry of Defence must confirm that Corporal Lee Brownson and Rifleman Luke Farmer, from 3rd Battalion The Rifles (3 RIFLES), were killed in Afghanistan on 15 January 2010.


Corporal Lee Brownson and Rifleman Luke Farmer

The soldiers were killed as a result of an improvised explosive device blast while on patrol near Sangin in Helmand province.

Corporal Lee Brownson

Corporal Lee Brownson was born in Bishop Auckland on 15 September 1979. He went to King James the First Comprehensive School prior to enlisting in the Army on 30 August 1996.

He attended Phase One training at the Army Training Regiment in Winchester before attending the Infantry Training Centre Catterick in November 1996. He completed training and was posted to 2nd Battalion The Light Infantry, based at the time in Palace Barracks, Northern Ireland.

During his time in the Army Corporal Brownson served in Sierra Leone, Cyprus, Iraq, Kosovo and Afghanistan. He completed the Platoon Serjeants' Battle Course in Brecon in March 2009, gaining the highest possible grade. Corporal Brownson assumed the role of Section Commander with 2 Platoon, A Company, 3 RIFLES, and it was in this role that he deployed on Op HERRICK 11.

He leaves behind his wife Leeanne, two daughters, Ginalee and Morgan, and his unborn child.


Corporal Kevin Ball, Section Commander, 3 Platoon, A Company, said:

"Corporal Lee Brownson, Browny to mates or known to myself as Lee, was a friend, a true friend. My best friend, a brother I would look up to. As a soldier he was who I wanted to be. I looked to take inspiration from his work; in my opinion he was the best soldier and the best Section Commander this battalion had to offer and he was the man everyone wanted to be. When he led a patrol the rest of his section felt safe knowing the best of the best was at the very front, leading by example.

"Browny joined the Army to do what he knew best; to soldier, to serve his country, and to serve his comrades well. A Company has been dealt a massive blow due to the loss of Corporal Brownson, a gap that can never be filled. Browny has gone but will never be forgotten.

"You'll always be in my thoughts, my prayers, my heart; the 15th of January will never leave me. My thoughts are with his wife Leeanne and his daughters Ginalee and Morgan and his unborn child. Goodbye mate, love you, and thinking of you always."





Rifleman Luke Farmer

Rifleman Farmer was born in Pontefract, West Yorkshire, on 27 July 1990. He went to Minsthorpe Community College before joining the Army in 2008. He attended training at the Infantry Training Centre in Catterick from October 2008 to April 2009 before joining A Company, 3 RIFLES, in their pre-deployment training for Op HERRICK 11.

Mark, Rifleman Farmer's father said:

"I was the proudest dad at his passing out parade. I felt 20 feet tall the day Luke received the award for the fittest soldier within his intake. He could have one day gone to the Olympics as a 100-metre sprinter, he was that fast."

Angela, Rifleman Farmer's mother said:

"Luke was a young man who didn't cause us any problems. He was well-loved by us and his extended family and friends. He was a good rugby league player who played for Upton Amateur Rugby Football Club. His favourite rugby league team were the Castleford Tigers. He will be missed by all including the friends and his cousin who he joined up with."

Scott, Rifleman Farmer's eldest brother said:

"He was simply the bestest brother."

Derek, Rifleman Farmer's paternal grandfather said:

"Luke was a brilliant grandson. We'll always remember the times we took him and his brothers on holiday."


Rifleman Sam Glasby, 2 Platoon, A Company, said:

"In memory of Rifleman Luke Farmer. Farmer was a great lad and an awesome friend. He lived fairly close to me and we had loads in common; sports, chasing girls and nights out on the lash - what a legend. He always used to talk about home and what he was going to do when he got back.

"Farmer was known as the 'Iron man Yorkshireman' because no-one could beat him at wrestling. It was so funny watching him wrestling and boxing with all the lads; he was pure morale and we all miss him so badly. I hope and pray that everyone will stay strong after this tragic loss of a brilliant young man, Luke Farmer. Rest in peace mate; love you to bits and will miss you loads."

Rifleman Jerome Cupid, 2 Platoon, A Company, said:

"Luke Farmer was a friend to me, someone I could talk to if I felt a bit downhearted. To class him as a friend is not enough, he was rather like a brother to me. To start with he was a really funny guy, and was always boasting about his wrestling skills. He always spoke fondly of his mum and dad, and how he couldn't wait to get back home to see them. It is with tears in my eyes that I write this as I realise I will not see him again in this life, but I will always remember Luke Farmer."




January, 11th

It is with sadness that the Ministry of Defence must confirm that Captain Daniel Read from 11 Explosive Ordnance Disposal (EOD) Regiment, Royal Logistic Corps, part of the Counter-IED Task Force, was killed in Afghanistan on Monday 11 January 2010.

Captain Daniel Read was killed as a result of an explosion which happened in the Musa Qaleh area of northern Helmand province.


Captain Daniel Read

Captain Dan Read deployed on Operation HERRICK 11 as a High Threat Improvised Explosive Device (IED) Disposal Operator.

He was born in Kent in December 1978 and was 31 years old when he was tragically killed in an IED blast whilst he was on task supporting Battle Group (North West).

Having completed his GCSEs at Rainham Mark Grammar School, Captain Read joined the Corps of Royal Engineers in 1996 as a Sapper. He was posted to 33 Engineer Regiment (EOD) and got his first taste of EOD operations on Op FINGAL in 2002 when he deployed as a Search Team Second-in-Command. From this point on, Captain Read was 'hooked' on EOD and knew the only job for him was that of an Ammunition Technical Officer or 'ATO'.

When he returned from the tour, Captain Read applied for a commission in the Royal Logistic Corps; he was successful and he completed his course at the Royal Military Academy Sandhurst in December 2004.

Captain Read was commissioned into the Royal Logistic Corps (RLC)and was posted to 23 Pioneer Regiment RLC as a Troop Commander in April 2005. Typically, he could not sit still and his zest and enthusiasm inspired him to complete the All Arms Commando Course and a tour of Afghanistan in 2006.

Captain Read's passion for EOD operations had not deteriorated and at the first opportunity he volunteered for the Ammunition Technical Officers' Course which he completed in May 2008 and was posted to 821 EOD Squadron, 11 EOD Regiment RLC.

In August 2009 he passed the high threat operator course and immediately began the pre-deployment training for Op HERRICK 11.

Captain Read was an experienced operator. He attended 21 tasks in Afghanistan, and had already dealt with 32 IEDs. Captain Read was passionate about his role as a High Threat Improvised Explosive Device Disposal Operator, always displaying a boundless enthusiasm and energy for the tasks he undertook.

Captain Read leaves his wife Lorraine, parents and sisters behind. Our thoughts and prayers will hopefully provide some solace at this time and help them through this tragic loss.


Captain Read's widow, Mrs Lorraine (known as 'Lou') Read, has made the following statement:

"Dan was so brave, he was my hero and best friend, he was a loving husband, son, brother, uncle and friend. He will never be forgotten and always in my heart. I'm so proud and privileged to have been your wife."


Lieutenant Colonel Harry Fullerton, Commanding Officer Battle Group (North West), said:

"This has been a tragic day. Words cannot express how we all feel. Captain Dan Read had become, in a short space of time, a trusted comrade and friend, who we had so much respect for and had so very much relied on.

"Dan was a brave officer, who died doing a very dangerous and complex job. He loved his profession and he knew the risks that he took on a daily basis. Without his expertise in countering the IED threat, all the gains we have made recently would have been impossible.

"His death has come as a shock to me, to his IEDD team and all soldiers serving here in the Household Cavalry Battle Group. I and many others had been working closely with Dan over the past few days to clear insurgents out of Musa Qaleh.

"He had dealt with many numbers of IEDs, rendering them safe in a calm and professional manner. Dan never showed any fear, just a clear focus on his job and a dedication to duty that few outside the ATO profession can equal.

"We will all miss him and I salute a hero and a very brave young man. Our thoughts are with his wife and family at this most difficult time."




January, 3rd

It is with great regret that the Ministry of Defence must confirm the death of Private Robert Hayes of 1st Battalion The Royal Anglian Regiment who was killed in Afghanistan on Sunday 3 January 2010.


Private Robert Hayes

Private Robert Hayes was killed as a result of an improvised explosive device blast while conducting a security patrol south of Check Point Paraang in southern Nad e-Ali, Helmand province. He had deployed to Afghanistan with C (Essex) Company, 1st Battalion The Royal Anglian Regiment (Vikings), attached to the 1st Battalion Grenadier Guards Battle Group.

Private Hayes was employed as a Rifleman within 6 Platoon, C (Essex) Company. He was responsible for providing assistance and security to the local population which included conducting patrols to disrupt insurgent activity in one of Helmand province's most challenging and dangerous areas.

Private Robert Hayes, 1st Battalion The Royal Anglian Regiment

Private Hayes was born in Cambridge on 9 May 1990, and grew up there. He completed his training at the Infantry Training Centre Catterick on 2 February 2009, aged 18, and joined the 'Vikings' shortly afterwards. Before deploying to Afghanistan, Private Hayes completed a number of demanding exercises in the United Kingdom and convincingly won his weight category during the battalion's 2009 Inter-Company Boxing Championships.

In a very short period of time Private Hayes proved himself to be a hugely professional and talented soldier. He was courageous, thoughtful and well liked by all those that served alongside him. Without doubt he had the personal attributes and raw potential to have a full and successful career in the Army.

In a statement the family of Private Hayes said:

"Trying to express the true measure of our sorrow - and our sense of loss - at this time, is impossible. We are still coming to terms with this devastating news. However, we are strengthened by the thought that he was with his comrades, doing the job he so dearly loved, when his life was taken.

"From childhood, Robbie had one ambition, to be a soldier. He fulfilled his dream last February, passing out from training at Catterick where he was described as a man of great determination and a credit to his platoon.

"Sport, particularly rugby and boxing, became his passion. He was a very popular young player for Newmarket Rugby Club, and won his battalion's Boxing Championships at welterweight in his first attempt. Robbie loved all aspects of life in his home village, Burwell, in Cambridgeshire. Among his peers he enjoyed great popularity but found particular happiness with his girlfriend, Gemma.

"After training for Afghanistan he deployed to Helmand province last October. There his potential for promotion became noticeable. Robbie sincerely believed his fellow 'Vikings' were his 'other', military, family. Although he had an enthusiastic and energetic personality, our son could just as easily behave with the manners of a gentle, reflective, caring person.

"As a grieving family, we would ask that our privacy be respected. We also ask that our brave son's memory be duly honoured."



Sergeant Ryan Vickery, 6 Platoon Sergeant, C (Essex) Company, said:

"Private Hayes was an essential member of 6 Platoon; he was always motivated and always conducted himself as a professional soldier.

"He was extremely proactive and never showed any signs of fear when engaged with the enemy. Robert is the type of character you cannot help but like and being in his company was nothing short of a pleasure.

"Although Robert is no longer with us, he will never leave our minds and will now join his Viking brothers.

"Our thoughts are with his family at this time of bereavement and our words are not enough when it comes to describing one of our own. Robert Hayes - a Viking, a friend, a brother and a sad loss - rest forever in peace."

Private Daniel Greenland, a close friend, said:

"Private Robert Hayes was one of the funniest blokes I knew. Whenever I saw him he always had a smile on his face.

"I had only known Rob a short while as he was fairly new in the regiment but he was a massive personality in 6 Platoon. I have never met someone as motivated and brave.

"He was a great soldier and an even better friend. You will never be forgotten. See you on the other side mate."



to be continued....




...deathly.



Rein statistisch gesehen fällt alle drei Tage ein britischer Soldat in Afghanistan. Die US-Streitkräfte arbeiten seit etwa anderthalb Jahren nach einer veränderten Vorgehensweise in Afghanistan. Die Verluste unter der Zivilbevölkerung gingen stark zurück, jedoch stieg die Zahl der im Einsatz gefallen Soldaten auf 2,7.

PRO TAG!

Die nun von der Bundesregierung vorgeschlagene neue Vorgehensweise in Afghanistan ist fast deckungsgleich mit der der amerikanischen Streitkräfte.

Leichensäcke sind auf dem Nachschubwege zu beziehen.










Die selben Uniformen, die selben Gesichter, die selbe Einheit. Es ist frustrierend.





Kathleen kommt heute Abend wieder. Immerhin ein Lichtblick heute.

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Verfasst am 25.01.2010 23:59:34 Uhr
Prussian System
Eigentlich bin ich nicht mehr sehr empfänglich, doch zwischen Haupthaus und neuem Stall hat es mich wieder erwischt. Nicht unbedingt ein Flashback, oder aber auch wieder doch. Das letzte Gefecht. Feuer ins Tal. In der Luft zerplatzen die Schrapnellgranaten in den Reihen der Angreifer die zu Dutzenden niedergemäht werden. Dauerfeuer der schweren Maschinengewehre und gezieltes Einzelfeuer der Infanteristen auf die Ziele die die Maschinengewehre nicht erwischt haben. Keiner der Angreifer wird unsere Reihen erreichen. Der letzte Angriff...

Ein metallischer Geschmack im Mund, Übelkeit und das grausen beim Anblick des eigenen Gesichtes im Spiegel. Feuer aus allen Rohren. Im Morgengrauen ist es eigentlich zu ende. Wir feuern auf einen Gegner der in völliger Auflösung den Berg wieder hinabrennt. Sie rennen um ihr Leben, doch die geballte und koordinierte Feuerkraft einer Berufsarmee gibt den Wehrpflichtigen die dort wegrennen keine Chance. Der Schnitter kommt aus der Blechkiste und rast mit 600 Schuß in der Minuten den Hügel hinunter. Es ist ein Schlachtfeld.

Vielleicht vermisse ich Kathleen zu sehr, vielleicht ist mir Pat zu sehr anwesend, vielleicht war es auch nur mal wieder fällig. Erschreckend die Realität des Flashbacks. Eigentlich sollte ich mich längst daran gewöhnt haben...

Zwischen neuem Stall und Haupthaus, ohne Grund, aus trüben Himmel. Vielleicht war es diese Himmel, vielleicht der Geruch nach Torf, vielleicht war es nur das Monster Henry, vielleicht das Lösen eines Teiles der Amnesie. Der letzte Angriff... des Gegners wohl gemerkt. Eigentlich war es sein erster Angriff, sonst hat er uns immer nur in seinen Stellungen erwartet. Doch zum Ende, als alles bereits verloren war kam dieser letzte Angriff. Mord wird man später der britischen Armee vorwerfen, dabei waren wir nur das worauf man uns gedrillt hatte: effektiv. Effektives Artillerie- und Gratwerferfeuer mit Schrapnellgeschossen, jedes einzelne verteil 200 Stahlkugeln über den Köpfen des Gegners, dazu die eingespielten MG Gruppen und die Infanteristen die auf die schießen die nicht erwischt worden sind. Die MG für die Masse, das SLR für die einzelnen die die Garbe nicht erwischt hat, oder die Schrapnells.

Ich war bei meinem Besuch auf den Falkland Inseln auf diesem Hügel und habe hinunter gesehen wie damals. Was für eine friedliche Landschaft. Wieviele Argentinier dort unten liegengeblieben sind wird man nie erfahren. Der letzte Schlag sollte unsererseits gegen Stanley gehen, doch die Argentinier gaben auf, es war einfach niemand mehr da.... außer das Chaos.

Brian war über die Intensivität überrascht und über den Zeitpunkt. Aber bei der unheilbaren Form der PTSD muss man immer damit rechnen, Medikamente hin oder her. Er wollte mir noch ein Paar Tabletten verpassen und mich schlafen legen, das habe ich aber abgelehnt. Stattdessen habe ich ihm den Quartalsbericht, also den letzten Quartalsbericht meines Bereiches vorgelegt. Außerdem habe ich ihm das System erklärt wonach ich die Pferde verwalte. Ich weiß das ich viele Fehler mache beim schreiben, trotzdem war er beeindruckt und nannte es das Prussian System, also das preußische System. System Ordnung und Gründlichkeit. Deutsches System sagt man hier nicht gerne dazu.

Es hat mich abgelenkt und wieder in die Jetztzeit zurückgebracht. Gleich werde ich das Licht ausknipsen und schlafen. Mit dem Schlafen habe ich kein Problem, dafür sorgt schon die Arbeit. „Ach Henry, du hast Mittwoch frei,“ sagte Brian noch im weggehen. „Frei haben? Was ist das denn?“ fragte ich ihn. „Na, nicht arbeiten, frei haben halt.“ „Den ganzen Tag?“ „Ja, natürlich.“ „Wieso das denn?“ Irgendwie war ich schon etwas entsetzt. „Na... weil. Geburtstag von Wilhelm the second.“

Ja richtig, der alte Knabe hat ja wieder Geburtstag. Mal sehen was die für ein Gesicht machen wenn ich Mittwoch Schwarzweißrot am Fahnenmast hochziehe. Leider habe ich keine passende Fahne... Also frei am Mittwoch. Ehrlich weiß ich nicht wann ich das letzte mal einen freien Tag hatte...

was mache ich da bloß? Die Sonne soll scheinen ab Mittwoch und Temperaturen um die 10 Grad, PLUS! Da werde ich wohl einen Tag im Sattel verbringen, weg vom Hof. Vielleicht schaffe ich es bis zu den Bergen.



Wie kommen eigentlich die toten Soldaten wieder nach Hause?



(Die Musik lässt sich abschalten. Die Gruppe The Soldiers finde ich persönlich eklig. Ich könnte kotzen wenn ich die nur sehe...)

Statt des Union Jacks kann man natürlich die Schwarzrotgelbe auf den Sarg legen...

Guten Tag Herr Guttenberg, Ihre Ankündigung weitere Soldaten nach Afghanistan zu schicken kam für mich nicht überraschend. Doch auch diese Soldaten werden nicht Afghanistan zu einer blühenden Landschaft machen. Vielleicht sollten Sie, bevor sie weitere Soldaten dort hin schicken, und weitere Milliarden aus dem Fenster schmeißen, endlich mal etwas für die Soldaten leisten die dort bereits gedient haben und an der Seele verwundet wurden. Vielleicht lassen Sie sich auch nur eine Weste und eine Knarre geben um den Job selbst zu erledigen. Mit freundlichen Grüßen KHK.
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Verfasst am 23.01.2010 09:15:46 Uhr
Endlich mal ruhige Tage
Ichb weiß nicht wo mir der Kopf steht. Um 6 Uhr aufstehen und um 23 Uhr ins Bett. Hektik und Panik. Akten anlegen, Pferde verwalten, Rechnungen abheften, Listen führen... Morgens stehe ich auf und frage mich ob ich überhaupt eine Nacht gehabt habe. Schleppe mich durch den Tag und wäre gestern fast in meine Suppe geklatscht, vor Müdigkeit. Brian meinte das er noch nie einen so unorganisierten Start in eine Behandlungssaison hingelegt hätte. Dabei hat er fast die gleichen Arbeitszeiten wie ich....

Es ist laut und sehr anstrengend, selbst wenn ich wollte, für einen Flashback bin ich zu müde oder zu überarbeitet oder beides. Dienstag kam nicht nur der Tierarzt, sondern auch eine Firma die das Innenleben des neuen Stalles montieren wollte. Da lagen die Sachen die der Umbau des alten Stalles benötigt. Also umräumen... aber wohin? Kurzerhand haben sie die Verbindungstür zwischen Hauptgebäude und altem Stall früher als geplant durch die ewig dicke Giebelmauer getrieben. Jetzt zieht es durchs ganze Haus und mein Flur ist von oben bis unten mit irgendwelchem Scheiß voll gestellt. Vom Staub mal ganz zu schweigen. Auch mit der Ruhe auf meinem Flur ist es vorbei.

Gegen Nachmittag kam dann überraschend Patrick mit zwei Neuzugängen an, zwei hübsche Wallache, wohin damit? Dann kam die Lehrerin für die Kiddis, wohin mit ihr? Nach dem Abendbrot kam dann Brians Kollege. Henry mach mal, Henry hier Henry da. Ich war dann sehr erstaunt als jemand meinte das bereits Donnerstag wäre...

Die haben mich um den Mittwoch beschissen!

Immerhin sind am Donnerstag die Bauleute vom neuen Pferdestall wieder abgezogen. Fertig! Platz für 12 Pferde. Die Boxen sind zwar etwas kleiner als im alten Stall, dafür sind sie aber flexibler zu handhaben. Alles in Modulbauweise. Das heißt wir können Zwischenwände rausnehmen oder rein tun wir wir wollen. Gestern kamen dann die nächsten sechs Pferde. Damit sind wir jetzt komplett.

Der ganze Schreibkram! Clips setzen, Clips auslesen, vergleichen, Akten anlegen. Der Arzt war noch mal da und hat die Neuen untersucht und durchgeimpft, das ganze Programm und alles musste protokolliert werden. Zwei neue Stuten und sechs mal Wallach. Jetzt kann ich endlich daran denken Vinur mit Gesellschaft zu versorgen. Allerdings ist die Weide am Paddock immer noch ein Schlachtfeld. Nach der Luftlandeoperation sieht es hier immer noch wüst aus. Es friert zwar nachts nur noch ganz gering, doch weit sind wir mit dem Schließen der Fahrspuren noch nicht gekommen. Außerdem ist der Boden ziemlich mit Wasser vollgesogen. Die ganze Woche über hatten wir Vier-Jahreszeiten-Wetter und jede Form von Regen und jede Form von Schnee, einschließlich Nebel das man vom Sattel aus nicht mal mehr den Boden sehen konnte!

Ben ist eine echte Stütze. Zusammen mit Patrick sind die Pferde recht schnell versorgt. Um Vinur hat sich Pat immerhin Mittags kümmern können. Pat kommt sehr pünktlich jeden Tag um 12 und geht nicht vor 2 wieder. Allerdings haben wir uns wieder gezofft. Ich lasse an ihr aus das Kathleen am Freitag und am Samstag arbeiten musst. Also keine Kathleen am Wochenende. Selbst die Jungs machen keine Bemerkung in meine Richtung und verhalten sich auffallend ruhig wenn ich in der Nähe bin. Ich habe Dienstag auf dem Höhepunkt des Chaos den mit den Piep-wörten einfach mal kurzerhand an den Trägern seiner Latzhose an eine Haltestange für Sättel gehenkt. Alleine ist er da nicht weggekommen. Brian kam zufällig vorbei und nutzte die Zeit für ein Gespräch mit ihm, ließ ihn jedoch dort oben zappeln! Natürlich hängt man keine 15-jährigen an Sattelhalter auf... ich habe mich hinterher besser gefüllt und die Jungs kommen nur noch zu mir wenn sie eine echte Frage haben.

Simmons hat mir noch zwei Jungs rausgerückt. Allerdings wird sich die Fertigstellung meiner neuen Wohnung deshalb verzögern. Aber durchgehen kann man schon! Als Handwerker arbeiten hier zum Teil ehemalige Strafgefangene in einem Wiedereingliederungsprojekt. Das tut unseren möchtegern Mafiosis ganz gut die sich schon jetzt als große Größen in der Unterwelt sehen. Die haben den Hosenscheißern schon so manchen Zahn gezogen.

Das Kochen geht mir auf den Wecker. Solange wie sich kein Freiwilliger findet der meinen Part am kochen übernimmt werde ich weiterhin jeden Tag spätestens um 11 in der Küche stehen. Ich habe einen festen Plan für das Mittagessen aufgestellt der für 14 Tage reicht, dann wiederholt sich alles. Das Material kommt aus dem Ort. Einkaufen fahren könnte hier auch keiner von uns.

Langsam spielt sich das Verhältnis zwischen allen ein. Ein langes Abtasten seitens der Jungs hat es nicht gegeben, also ausloten wie weit sie bei uns gehen können. Simmons hat sie in seiner eher ruhigen Art unter Kontrolle. Was er zu nachgiebig ist kriegen sie von mir mit der Holzlatte vor den Kopf gehauen (wenn sie zu langsam sind den Kopf runter zunehmen). Sie haben jetzt auch raus wann sie Sir zu sagen haben. Es gibt Situationen wo wir auf dem Sir bestehen. Es ist vielleicht albern, aber dieses Sir ist absolut notwendig um den Respekt uns gegenüber zu sichern. Ansonsten ist der Ton freundschaftlich. Ich habe die klare Abmachung mit ihnen das ich gerne alles zweimal erkläre und jederzeit gefragt werden kann wenn etwas unklar ist. Beim dritten mal knallt es jedoch. Ich musste nur einmal einen Tritt abfeuern, seit dem sind die Sachen die sie machen sollen nur noch höchsten zweimal falsch ausgeführt. Sie sollen das Fragen lernen und das richtige Ausführen von Aufträgen, vor allem das Durchziehen eines Auftrages. Regeln sind ganz wichtig, und noch wichtiger ist es das wir sie durchsetzen und konsequent bestrafen was nicht befolgt wird. Mit Ausnahme von Ben war jetzt jeder einmal im Zelt für eine Nacht. Und sie fanden es nicht lustig.

Mit Pat habe ich ein Problem. Es ist zwar gut und wichtig das sie hier her kommt, aber sie schleicht hier herum. Ich meine... ich weiß das es ihr schlecht geht und es ihr vielleicht sogar leid tut wie sich mich abserviert hat. Wahrscheinlich hatte sie sogar einen Grund dafür den ich akzeptieren würde. Auf der anderen Seite behandelt man... nein, ich will von keiner Frau so behandelt werden wie sie es mit mir getan hat. Das mache ich schließlich auch nicht, jedenfalls nicht mehr, also nicht in diesem Leben. Ich soll aufhören sie mit Absicht zu ignorieren. Da war sie richtig sauer als sie abgedampft ist. Aber erstens habe ich Mittags überhaupt keine Zeit wegen dem kochen, zweitens keine Zeit wegen dem ganzen Durcheinander hier und drittens hat sie es sich selbst zuzuschreiben.

Kathleen will ihr Studium wirklich an den Nagel hängen. Sie weiß nur noch nicht was sie dann machen kann. Brian hat ihr deutlich gemacht das sie hier nicht wird arbeiten können. Für mich wäre das natürlich die Ideallösung das sie hier arbeitet. Ich denke sie ist eher ein Pferdemensch als ein Seelenklempner. Gerade jetzt mit der Jugendpsychatrie die sie gerade durchnehmen kommt sie nicht zurecht. „Ich will endlich mal wieder einen Pferdepfurz riechen,“ hat sie gestern am Telefon gesagt.

Ja, Scheiße. Brian unterbindet weiterhin das ich mit Kathleen chatte oder per Video telefoniere. Das hängt nicht damit zusammen das sie seine Tochter ist, sondern eher damit das ich meine Telefonphobie endlich los werde. Es ist zwar besser geworden, aber weg ist es noch lange nicht. Nicht nur weil ich nicht mit ihm darüber spreche. Momentan ist auch keine Zeit dafür. Am ersten kommen 8 neue Zweibeiner. Dann sind wir komplett.

Ich wünschte ich wäre hier mit Kathleen alleine. Dieser Trubel geht mir auf den Wecker. Er passt auch gar nicht zur Landschaft.
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Verfasst am 19.01.2010 07:40:49 Uhr
Tropfende Sekunden
„Wie alt bist du, Ben?“ „Fast 18.“ Ben striegelt Sille. Ihren Kopf behält er angestrengt im Blick. „Ben, ich will nicht wissen wie alt du in drei Jahren wirst, sondern wie alt du bist. Klauen ist eine Sache, lügen eine ganz andere.“ „Ich werde 15. Mistvieh!“ Sille bekommt einen Klaps und zieht den Kopf wieder zurück.

Ben hat nicht aufgegeben. Auch nicht nach dem Biss von gestern und auch nicht nach dem Besuch bei der Ärztin wo er die Hose runterlassen musste. Brian meinte das sein Hintern nun zur Hälfte Blau wäre und die Ärztin das sie so eine Bissverletzung noch nie gesehen hätte. Aber er hätte noch Glück gehabt, amputieren müsse sie nicht. Brian wollte das ich ihm ein anderes Pferd gebe, aber Ben hat das abgelehnt. Stattdessen hat er Sille am Nachmittag longiert. In der Longe ist Sille eine ganz folgsame Läuferin.

Brian ist überrascht von Ben. Bei den Gesprächen die er mit ihm hatte war Ben ganz offen und hat mitgearbeitet. Seine Arbeit im Stall erledigt er zu 105 Prozent. Nur das Klauen kann er nicht lassen was dazu führt das es mindestens drei mal am Tag Ärger mit den anderen Jungs gibt. Ben ist ein Quereinsteiger der über ein anderes Programm als die anderen Jungs hier her gekommen ist. Simmons kannte ihn gar nicht vorher. Deshalb ist er bei den anderen außen vor und muss eine Menge einstecken.

Brian sieht in seinem stehlen den unglücklichen Versuch mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten. Bis jetzt hat nie irgendetwas behalten was er geklaut hat. Sogar das Geld in den Brieftaschen hat er nicht angetastet. Seine Vorgeschichte ist ein Alptraum. Ich habe den Eindruck das er die Arbeit im Stall dazu nutzt sich abzureagieren. Erst hatte ich tatsächlich vor ihm einfach Hekla zu geben, die kann man blau anmalen und mit Federn bestreuen ohne das man eine Gegenmaßnahme von ihr befürchten müsste. Stattdessen habe ich ihm die Vorgeschichte von Sille erzählt. „Armes Vieh“, hat er daraufhin zu ihr gesagt. Der geht es ja fast wie mir.“ >Knop!< „Daneben, Mistvieh!“

Mit den anderen Jungs weiß ich nicht... Ich habe nur mit ihnen am Tisch zu tun oder wenn ich die Zimmer und Toiletten kontrolliere. Dem Ritzer habe ich noch zwei Päckchen Klingen abgenommen nach dem Simmons ihn hat verbinden müssen. Ich habe sogar ein Päckchen in einem Schrank der anderen Jungs gefunden. Der Typ erinnert mich stark an Frank, nur Frank hatte wirklich was im Kopf. Simmons hat es leichter mit den Jungs, denn er arbeitet mit ihnen und kann sie auch mal loben. Ich kann das nur in der Küche. Aber wie will man jemanden loben der es schafft Linsensuppe anbrennen zu lassen?

Gestern ein langes Gespräch mit Daryl, später mit Kathleen. Es ist schon irgendwie komisch: wenn ich in den letzten Jahren in England war, dann war die Frau die ich liebte in Deutschland und für mich unerreichbar. Jetzt bin ich in Schottland...

Das Wetter ist Spitze heute früh: Nebel, gefrierender Nebel. Aber heute soll es wieder sunny intervals geben. Der Tierarzt kommt heute und der Schmied. Da kann Ben wieder dabei sein. Ich habe zwar durch ihn weniger eigene Zeit, doch lenkt das mich ein wenig ab.

Kathleen fehlt mir.

Die Woche wird wieder wie dieses Stück.




Lang und ohne Kathleen einsam und trostlos. Eine Wüste aus Zeit. Eine öde Wüste des Wartens. Ich habe noch nie so dermaßen aufs Wochenende gewartet. Und heute ist erst Dienstag. Die Gruppe Steam Jenny kenne ich leider nicht. Die Whistlebinkies habe ich mal bei Paul gehört der eine sehr umfangreiche Sammlung von Folkmusic gehabt hat, Tonbänder und Schallplatten. Darunter auch die Whistlebinkies die eine unheimlich ergreifende Musik machen.

Bei Youtube liegen leider nur wenige Stücke dieser Band vor. Gerade dieses Stück passt aber zu den verstreichenden Minuten die erst langsam und dann immer schneller vergehen bis die Musik etwas heller und frischer wird und schließlich ins (Wochen-)Ende ausläuft.

Jetzt muss ich mich fertig machen. Ben ist pünktlich und um sieben soll das Licht im Stall angehen. Also auf: erschlagen wir diesen Tag um Platz für die nächsten Tage zu schaffen!
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